Working Paper „Digitales Publizieren in den Geisteswissenschaften“ (ZfdG) im Open Peer Review

Die AG Digitales Publizieren im Verband Digital Humanities im deutschsprachigen Raum reflektiert über zentrale Begriffe, sinnvolle Standards und mögliche Empfehlungen für das digitale Veröffentlichen in den Geisteswissenschaften. Daran beteiligen sich Vertreter:innen der Bibliotheken, Archive und verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen.

Als Gründungsmitglied der AG bin ich sehr froh, dass wir bereits 2016 ein Working Paper (1. Version) mit Empfehlungen veröffentlichen konnten, gemeinsam mit Anne Baillot schrieb das Kapitel zur digitalen wissenschaftlichen Autorschaft, zudem entstand ein Poster zum Digitalen Publizieren. Nun haben wir eine überarbeitete und erweiterte Version des Working Papers unter dem Titel „Digitales Publizieren in den Geisteswissenschaften: Begriffe, Standards, Empfehlungen“ verfasst, die – ganz im Sinne des Working Papers – bis zum 25.04.2021 im Open Peer Review zur Verfügung steht (Ergänzung vom 10.5.2021: der Prozess ist inzwischen abgeschlossen und der Beitrag in der Überarbeitung). Ich danke der Redaktion der Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaft sehr für die tolle Unterstützung in diesem Prozess!

Was ist gelungene Online-Lehre in der Germanistik?

Während der Corona-Pandemie durfte ich zusammen mit etwa zwanzig Kolleg*innen und unterstützt vom Forschungsbund Marbach Weimar Wolfenbüttel die Plattform „Digitale Lehre Germanistik“ aufbauen. Am 25./26. August 2020 organisierte ein Teil dieser eine virtuelle Konferenz zum Thema „Während und nach Corona: Digitale Lehre in der Germanistik“, auf der Kolleg*innen aus vier Kontinenten sprachen und an der etwa 200 Germanist:innen teilnahmen.

Der digitale und offene Tagungsband steht inzwischen zum Download bereit [im Mai 2021 Link auf DOI aktualisiert, T.E.]; daneben sind meine Beiträge zu den Themen Gelungene Online-Lehre und die digitale Kultur der Germanistik: Perspektiven der Netzliteraturwissenschaft und Blended Learning vor und nach Corona: germanistische Seminare in Amsterdam und Antwerpen verfügbar, in denen ich mich u.a. auf Arbeiten von Andrea Geier, Axel Krommer, Alexander Lasch, Gerhard Lauer, Konstanze Marx, Kerstin Stüssel und Philippe Wampfler beziehe. Da der Tagungsband eher das Geschehen auf der Konferenz abbilden als eigene Forschungsbeiträge sammeln möchte, haben die Beiträge eher einen essayistischen als einen wissenschaftlichen Charakter.

Geistiges Eigentum und Urheberrechte: Expertengespräch bei Deutschlandfunk Kultur

Der Autor, Literatur- und Musiktheoretiker Florian Neuner (Berlin) hat die Radiosendung Eigentumsverhältnisse: Wem gehört die Musik? für Deutschlandfunk Kultur gemacht, die ab dem 9.2.2021 gehört werden kann. Im letzten Drittel der Sendung (ab 40:00 und ab 49:26) darf ich über die Geschichte und Theorie des geistigen Eigentums und Herausforderungen für das Urheberrecht in der digitalen Gesellschaft reflektieren. Eine spannende Sendung, gerade die Berichte und Reflexionen von Musiker:innen und Musiktheoretiker:innen waren für mich sehr anregend!

Netzliteraturwissenschaft: Newsletter und Konferenz

Die vernetzte digitale Gesellschaft hält für die Literaturwissenschaft viele neue Herausforderungen bereit: die literarische Produktion auf Plattformen (Twitteratur, Instapoesie, Fan Fiction), das Social Reading und das Crowfunding literarischer Projekte sind nur einzelne Beispiele.

Als Folge stehen etablierte Begriffe wie ‚das Werk‘ in Frage, ein neues Verständnis der Lektüreprozesse wird notwendig, neue kooperative Geschäfts- und offene Rechtsmodelle müssen untersucht werden, in der Vermittlung steht nun die Digital Literacy, die kritische Perspektive nennt sich Netz- und Plattformkritik. In meiner Habilitationsschrift, die 2021 veröffentlicht wird, entwerfe ich daher eine Netzliteraturwissenschaft, die das notwendige interdisziplinäre und internationale Wissen, das die Literaturwissenschaft zur Erforschung von Literatur in Sozialen Medien benötigt, sammeln, reflektieren und weiterentwickeln soll.

Auf dieser Webseite werden bald weitere Informationen dazu verfügbar gemacht, unter anderem wir von 6.-8.9.2021 im Rahmen der vDHd2021 eine Konferenz zur Netzliteraturwissenschaft stattfinden (mehr Informationen folgen noch). Wenn Sie in einem Newsletter zur Netzliteraturwissenschaft über diese Entwicklungen (unregelmäßig und in längeren Abständen) informiert werden möchten, senden Sie mir gerne eine Email an thomas.ernst [AT] uantwerpen.be mit dem Betreff „Netzliteraturwissenschaft“. Wir lesen uns.

„Tipping Points“: Veröffentlichung zu Urheberrecht und Netzliteratur

Das Berliner Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft in Berlin hat gemeinsam mit dem Fachausschuss der GMM im Februar 2020 die Konferenz Tipping Points – Zum Verhältnis von Freiheit und Restriktion im Urheberrecht organisiert (übrigens die letzte, die ich vor der Corona-Pandemie noch vor Ort besuchen durfte). Die Tagung war bereits sehr anregend, weil ich dort u.a. mit Rechtswissenschaftlern wie Prof. Dr. Axel Metzger (HU Berlin; Gründungsdirektor des Weizenbaum-Instituts) und Prof. Dr. Martin Kretschmer (Glasgow; Direktor von CREATe) sprechen konnte, was sehr interessant war.

In rekordverdächtiger Schnelligkeit ist nun der Tagungsband Tipping Points. Interdisziplinäre Zugänge zu neuen Fragen des Urheberrechts beim Nomos Verlag open access veröffentlicht worden, die Herausgeber:innen Simon Schrör, Georg Fischer, Sophie Beaucamp und Konstantin Hondros haben sehr gute Arbeit geleistet. Die Beiträge beschäftigen sich u.a. mit Künsten wie der Literatur und der Musik, mit Plattformen wie TikTok, Institutionen wie den Verwertungsgesellschaften sowie Rechtsinstituten wie der DSM-Richtlinie. Mein Beitrag reflektiert Crowdfunding und Crowdsourcing in der Praxis: Neue Geschäfts- und Rechtsmodelle der Netzliteratur.

Konsenspapier veröffentlicht: „Das brauchen wir: 8 Anforderungen an die zukünftige Lehre in der Germanistik“

Aus der Konferenz „Während und nach Corona: Digitale Lehre in der Germanistik“ ist ein Konsenspapier „Das brauchen wir: 8 Anforderungen an die zukünftige Lehre in der Germanistik“ hervorgegangen, das knapp fünfzig Erstunterzeichner*innen gefunden hat und zur weiteren Unterzeichnung bereitsteht. Ich werde das Papier im Folgenden dokumentieren, es kann jedoch auf der Konferenzseite selbst unterzeichnet werden. Die Produktion dieses Textes entsprach übrigens selbst den Gepflogenheiten kollaborativer digitaler Schreibprozesse, in deren Verlauf verschiedene Soziale Medien, Plattformen und Tools genutzt wurden:

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„Während und nach Corona: Digitale Lehre in der Germanistik“ – ein Konferenzbericht in Tweets

Ich hatte die große Freude, als Mitorganisator die Konferenz über digitale Lehre in der Germanistik während und nach Corona vorbereiten, einleiten und begleiten zu dürfen, die am 25. und 26. August 2020 (logistisch unterstützt vom Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel) stattfand. Es war schier unglaublich, dass wir in nur zwei Monaten Vorbereitungszeit dieses Format produktiv machen konnten, mit 200 angemeldeten Teilnehmer*innen, dreißig Vortragenden aus vier Kontinenten und sehr inspirierenden Beiträgen und Diskussionen!

Die Konferenz wird auf vielfältige Weise nachhallen, unter anderem durch das Konsenspapier „Das brauchen wir: 8 Anforderungen an die zukünftige Lehre in der Germanistik“. Bald werden auch die Vorträge und Chatverläufe auf der Konferenzseite abrufbar sein. Einstweilen mag ein Konferenzbericht einen Einblick geben, wie produktiv diese Konferenz war; dem digitalen Format der Konferenz angemessen erscheint mir ein Konferenzbericht in ausgewählten Tweets:

Gesamtbewertung der Konferenz

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Konferenz „Während und nach Corona: Digitale Lehre in der Germanistik“ (25./26.8.2020)

Als Mitte März die Corona-Pandemie die Umstellung der Lehre auf einen reinen digitalen Unterricht erforderte, haben sich Teile der germanistischen Fachcommunity am Aufbau des digitalen Portals „Digitale Lehre Germanistik“ auf den Seiten des Forschungsverbunds Marbach Weimar Wolfenbüttel beteiligt. Gemeinsam mit anderen Kolleg*innen war ich daran beteiligt, verschiedene Vorschläge für eine konstruktive Selbstreflexion innerhalb der Germanistik zu formulieren, damit wir diesen Prozess restrospektiv aufarbeiten könnten.

Es freut mich sehr, dass es nun am 25. und 26. August 2020 eine digitale Konferenz geben wird, auf der etwa 30 Beitragende aus vier Kontinenten Continue reading

Gedenkdag Loveparade 2010 (opiniestuk Knack)

Vandaag is de tiende gedenkdag van de “Loveparade 2010”-ramp: 21 bezoekers werden op het grootste technofestival ter wereld in Duisburg doodgedrukt. Voor de Knack mocht ik de gebeurtenissen in herinnering brengen en erop wijzen dat het proces enkele weken geleden zonder vonnis werd stopgezet. In mijn opiniestuk heb ik opgeschreven wat we allemaal van de tragedie kunnen leren voor onze persoonlijke aanpak van de corona-crisis.

Konferenz "Digitale Lehre Germanistik" (2020)

Call for papers veröffentlicht: Konferenz „Digitale Lehre Germanistik“ (bis 31.07.2020)

Bereits vor dem Coronasemester haben einige Kolleg*innen und ich die Notwendigkeit formuliert, dass die Germanistik die Umstellung auf digitale Lehre während der Covid-19-Pandemie in einem Prozess konstruktiver Selbstreflexion aufarbeiten müsse. Die öffentliche Debatte über Präsenzlehre, digitale Lehre und Blended Learning hat noch einmal gezeigt, wie wichtig eine solche differenzierte Auseinandersetzung ist.

Gemeinsam mit den Kolleg*innen Kai Bremer (Osnabrück), Jan Horstmann (MWW), Andrea Geier (Trier), Ariane Rau (Frankfurt am Main), Thorsten Ries (Gent/Regensburg) und Claudia Sittig (Rostock) organisiere ich nun eine entsprechende virtuelle Konferenz, die am 25./26. August 2020 stattfinden wird und für die bis zum 31. Juli noch Beitragsvorschläge eingereicht werden können. Der Call findet sich hier:

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