Tag Archives: Autorschaft

Open Peer Review bis 25.04.2021: Working Paper „Digitales Publizieren in den Geisteswissenschaften“ (ZfdG)

Die AG Digitales Publizieren im Verband Digital Humanities im deutschsprachigen Raum reflektiert über zentrale Begriffe, sinnvolle Standards und mögliche Empfehlungen für das digitale Veröffentlichen in den Geisteswissenschaften. Daran beteiligen sich Vertreter:innen der Bibliotheken, Archive und verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen.

Als Gründungsmitglied der AG bin ich sehr froh, dass wir bereits 2016 ein Working Paper (1. Version) mit Empfehlungen veröffentlichen konnten, gemeinsam mit Anne Baillot schrieb das Kapitel zur digitalen wissenschaftlichen Autorschaft, zudem entstand ein Poster zum Digitalen Publizieren. Nun haben eine überarbeitete und erweiterte Version des Working Papers unter dem Titel „Digitales Publizieren in den Geisteswissenschaften: Begriffe, Standards, Empfehlungen“ verfasst, die – ganz im Sinne des Working Papers – bis zum 25.04.2021 im Open Peer Review zur Verfügung steht. Ich danke der Redaktion der Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaft sehr für die tolle Unterstützung in diesem Prozess!

Geistiges Eigentum und Urheberrechte: Expertengespräch bei Deutschlandfunk Kultur

Der Autor, Literatur- und Musiktheoretiker Florian Neuner (Berlin) hat die Radiosendung Eigentumsverhältnisse: Wem gehört die Musik? für Deutschlandfunk Kultur gemacht, die ab dem 9.2.2021 gehört werden kann. Im letzten Drittel der Sendung (ab 40:00 und ab 49:26) darf ich über die Geschichte und Theorie des geistigen Eigentums und Herausforderungen für das Urheberrecht in der digitalen Gesellschaft reflektieren. Eine spannende Sendung, gerade die Berichte und Reflexionen von Musiker:innen und Musiktheoretiker:innen waren für mich sehr anregend!

Netzliteraturwissenschaft: Newsletter und Konferenz

Die vernetzte digitale Gesellschaft hält für die Literaturwissenschaft viele neue Herausforderungen bereit: die literarische Produktion auf Plattformen (Twitteratur, Instapoesie, Fan Fiction), das Social Reading und das Crowfunding literarischer Projekte sind nur einzelne Beispiele.

Als Folge stehen etablierte Begriffe wie ‚das Werk‘ in Frage, ein neues Verständnis der Lektüreprozesse wird notwendig, neue kooperative Geschäfts- und offene Rechtsmodelle müssen untersucht werden, in der Vermittlung steht nun die Digital Literacy, die kritische Perspektive nennt sich Netz- und Plattformkritik. In meiner Habilitationsschrift, die 2021 veröffentlicht wird, entwerfe ich daher eine Netzliteraturwissenschaft, die das notwendige interdisziplinäre und internationale Wissen, das die Literaturwissenschaft zur Erforschung von Literatur in Sozialen Medien benötigt, sammeln, reflektieren und weiterentwickeln soll.

Auf dieser Webseite werden bald weitere Informationen dazu verfügbar gemacht, unter anderem wir von 6.-8.9.2021 im Rahmen der vDHd2021 eine Konferenz zur Netzliteraturwissenschaft stattfinden (mehr Informationen folgen noch). Wenn Sie in einem Newsletter zur Netzliteraturwissenschaft über diese Entwicklungen (unregelmäßig und in längeren Abständen) informiert werden möchten, senden Sie mir gerne eine Email an thomas.ernst [AT] uantwerpen.be mit dem Betreff „Netzliteraturwissenschaft“. Wir lesen uns.

Call for papers veröffentlicht: Konferenz “Korrigieren – eine Kulturtechnik” (bis 17.05.2020)

Heute haben Dr. Iuditha Balint und ich das Call for papers für unsere gemeinsame Konferenz veröffentlicht, die sich im November mit dem Thema “Korrigieren – eine Kulturtechnik” befassen wird. Ausgangspunkt ist es einerseits, dass die digitale Vernetzung und die sozialen Medien uns in ganz anderer Weise ermöglichen, literarische und wissenschaftliche Texte in einer kollaborativen Zusammenarbeit zu korrigieren und zu verbessern. Andererseits halten wir diesen Bereich der Schreibarbeit noch für zu wenig erforscht – insbesondere auch in seiner Bedeutung für Schreibprozesse und Autorschaftsmodelle. Das Call for papers findet sich unter anderem hier.

Dr. Iuditha Balint ist die Direktorin des Fritz-Hüser-Instituts für Literatur und Kultur der Arbeitswelt und hat mich zur Partizipation an diesem Projekt eingeladen, wofür ich sehr dankbar bin. Unterstützt werden wir bei diesem Projekt von ihrer Mitarbeiterin Janneke Eggert. Es ist vorgesehen, dass die von uns eingeladenen Beiträger*innen ihre Reise- und Hotelkosten erstattet bekommen. Sollte die gemeinsame Bekämpfung der COVID19-Pandemie es ratsam erscheinen lassen, fände die Konferenz in einem digitalen Kommunikationsraum statt.

Vorträge im Februar 2020: Gegenwart, Populismen, Freiheit

Plakat der Bonner Konferenz zu Pop und Populismen

Ich freue mich, im Februar auf gleich drei Konferenzen meine Forschungsarbeiten präsentieren und diskutieren zu dürfen. Zunächst bin auf gleich zwei Konferenzen in Bonn: Zunächst darf ich auf der Konferenz “Figur(ation)en der Gegenwart” des Bonner DFG-Graduiertenkollegs 2291 am 6. Februar über “Das Netzwerk als Prozess. Digitale Präsenz in der Literatur und als Literatur” sprechen. Dann wechsle ich zur 12. Jahrestagung der AG Populärkultur und Medien in der Gesellschaft für Medienwissenschaft, die sich mit dem Thema “‘The People vs. The Power Bloc’ (?) – Interdisziplinäre Perspektiven auf Pop und Populismen” beschäftigen wird. Dort spreche ich in einem selbstreflexiven Vortrag über “Von ‘Faserland’ zum Vaterland? Eine Revision umstrittener Thesen zur Neuen Deutschen Popliteratur” und treffe unter anderem die Kolleginnen Dr. Charis Goer (Utrecht, Organisatorin) und Dr. Melanie Schiller (Groningen).

Am 20./21. Februar wird mein Paper mit dem Titel “Nach dem geistigen Eigentum: Neue Geschäfts- und Rechtsmodelle der Netzliteratur in der Praxis” auf der interdisziplinäre Fachtagung “Tipping Points – Zum Verhältnis von Freiheit und Restriktion im Urheberrecht” des Weizenbaum-Instituts für die vernetzte Gesellschaft und des Fachausschusses Urheberrecht der Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung in Berlin präsentiert und diskutiert.

#Siggenthesen zum wissenschaftlichen Publizieren im digitalen Zeitalter

Als Klaus Mickus mich auf der Future Publish 2016 in Berlin ansprach, ob ich nicht Interesse daran hätte, mit ihm und Constanze Baum eine Art ‘Think Tank’ zum wissenschaftlichen Publizieren im digitalen Zeitalter zu organisieren, da er gerade “Eine Woche Zeit” gewonnen habe, war ich gleich Feuer und Flamme. Zu häufig verlieren wir uns im Wissenschafts-, Bibliotheks- oder Verlagsalltag in kleinen Kämpfen, es erschien mir sehr sinnvoll, mich einmal intensiv mit KollegInnen auszutauschen, mit denen man nicht erst das Ob der Digitalisierung diskutieren muss, sondern über das Wie sprechen kann. Tatsächlich erwies sich die Woche im Seminarzentrum Siggen als sehr anregend, wie Kollege Ben Kaden auf dem LIBREAS-Weblog berichtet.

Insbesondere freut es mich, dass wir unsere Siggener Debatten zu zehn #Siggenthesen verdichten konnten, die auf dem Redaktionsblog von Merkur. Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken erstveröffentlicht wurden und dort unterzeichnet und kommentiert werden können. Die Thesen lauten wie folgt:

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Wolfgang Welt ist tot. Es lebe die Weltologie!

Wolfgang Welt ist tot. Mit großem Bedauern habe ich diese Nachricht erfahren. So traurig sein Tod ist, so groß wird die Freude sein, die uns sein literarisches Werk noch machen wird.

Bei ihm gehe es nicht um den “Stream of Consciousness, sondern um den Stream of Unconciousness”, sagt Welts Alter Ego in Der Tunnel am Ende des Lichts, seinem vielleicht intensivsten Werk, das vom Wahnsinn, Scheitern und dem einsamen Umherirren durch das Ruhrgebiet berichtet. Welt hat mit seinen wenigen Romanen und seiner sehr spezifischen autofiktionalen und ‘ehrlichen’ Prosa bemerkenswerte Werke neben die Hauptströmung der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur gelegt. Moritz Baßler nobilitiert Welts Romane treffend: “Von einer bestimmten Schreibqualität an ist Wahrheit Literatur.”

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Vom Urheber zur Crowd, vom Werk zur Version, vom Schutz zur Öffnung? Kollaboratives Schreiben und Bewerten in den Digital Humanities

In der Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften (Sonderband Nr. 1: “Grenzen und Möglichkeiten der Digital Humanities”, hg. von Dr. Thomas Stäcker und Dr. Constanze Baum) ist mein Aufsatz “Vom Urheber zur Crowd, vom Werk zur Version, vom Schutz zur Öffnung? Kollaboratives Schreiben und Bewerten in den Digital Humanities” erschienen, der auf einen Vortrag bei der DHd-Konferenz 2014 Digital Humanities – methodischer Brückenschlag oder ‘feindliche Übernahme’? Chancen und Risiken der Begegnung zwischen Geisteswissenschaften und Informatik-Konferenz zurückgeht. Der Aufsatz wurde zudem angeregt durch die Mitglieder der AG Publizieren im Verband Digital Humanities im deutschsprachigen Raum und die Aktivitäten der AG Potenziale digitaler Medien in der Wissenschaft der Global Young Faculty III, der ich zudem für ihre besondere Unterstützung danke.

Da der Aufsatz u.a. die These vertritt, dass digitale Medien den Geisteswissenschaften einen weitaus kritischeren, transparenteren und produktiveren Austausch über Veröffentlichungen ermöglichen, der im besten Fall zu verbesserten Versionen einer Veröffentlichungen führen kann, würde ich mich über kritische Kommentare zum Aufsatz sehr freuen, die unter diesem Posting hinterlassen oder per Email (s.o.) an mich geschickt werden können.

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“Internationaler Literaturpreis 2015”: Preisträger Amoz Oz & Miriam Pressler, Buchtrailer

Seit anderthalb Jahren begleitet eine studentische Redaktion unseres Essener Masterstudiengangs „Literatur und Medienpraxis” in Kooperation mit dem Berliner Haus der Kulturen der Welt in einem Blog den „Internationalen Literaturpreis”. In diesem Jahr stehen sechs Titel auf der Shortlist, die im Original in englischer, französischer, hebräischer, kroatischer und ungarischer Sprache geschrieben wurden. Gerade hat das Haus der Kulturen der Welt bekannt gegeben, dass der mit insgesamt 35.000 € dotierte Preis an den Roman Judas geht, der von Amos Oz geschrieben und von Mirjam Pressler übersetzt wurde.

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“Open Knowledge? Potentials of Digital Publishing in the Academic World”

Eine Konferenz der Global Young Faculy III, 27. April 2015, 13:00-20:00, Universität Duisburg-Essen, Campus Essen, Glaspavillon, Universitätsstr. 12

Mit großer Freude kündige ich hiermit die Abschlusskonferenz unserer “AG Potenziale Digitaler Medien in der Wissenschaft” in der Global Young Faculty III an. Wir werden uns mit der Frage beschäftigen, welche Konsequenzen sich aus den Potenzialen des digitalen Publizierens für die Wissenschaft ergeben, inwiefern eine freiere Verfügbarkeit von Wissen auch eine bessere Wissenschaft begünstigt und an welchen Stellen aktuell der mediale und wissenschaftliche Wandel noch umstritten ist. Dazu haben wir einerseits mit Prof. Dr. Kathleen Fitzpatrick (New York City/Modern Language Association), Dr. Markus Neuschäfer (Berlin/Open Knowledge Foundation) und Dr. Thomas Stäcker (Wolfenbüttel/Digital Humanities im deutschsprachigen Raum) einschlägige Keynote-Speaker gewinnen können, daneben werden Prof. Dr. Eva Wilden (Vechta), Dr. Stephan Winter (Duisburg-Essen) und ich aus der AG-Arbeit berichten und erstmals die Ergebnisse einzelner AG-Projekte, u.a. einer Studie zur Nutzung digitaler wissenschaftlicher Medien durch Studierende und zum Zweitveröffentlichungsrecht, präsentieren.

 

Der Eintritt ist kostenlos, eine Anmeldung bei Kristina Petzold unter blog@global-young-faculty.de erwünscht, weitere Informationen erhalten Sie auf der Konferenzseite.